160.000 Hausbatterien in Südafrika werden zu einem Kraftwerk zusammengeschaltet
Technik und Energie ·
Einzelne Hausanlagen mit Batterie sollen gebündelt und wie ein Kraftwerk gesteuert werden, in einem Netz, das jahrelang für Abschaltungen bekannt war.
Die südafrikanische Firma Plentify schaltet gemeinsam mit dem Batteriehersteller Deye mehr als 160.000 bereits installierte Hausbatterien zusammen. Zusammen ergibt das rund 2,7 Gigawattstunden steuerbare Speicherkapazität — fast doppelt so viel wie das Batterieprogramm des staatlichen Versorgers Eskom mit 1,4 Gigawattstunden, in das über Jahre Milliarden geflossen sind.
Was Steuerung bewirken kann, zeigt ein Rechenbeispiel aus der Branche: Wenn 15.000 Haushalte ihren Warmwasserspeicher am Abend kurz später heizen, sinkt die Netzlast sofort um rund 45 Megawatt. Das entspricht einem Dieselkraftwerk von Eskom.
Die Voraussetzungen dafür sind in Südafrika ungewöhnlich gut: Mehr als neunzig Prozent der privaten Solaranlagen haben dort eine Batterie, eine der höchsten Quoten weltweit. 2026 gab es bisher keine planmäßigen Stromabschaltungen mehr.
Zusammengeschaltet heißt nicht, dass es schon läuft. Die 160.000 Batterien sind installiert, die Steuerung über eine gemeinsame Plattform wird aufgebaut.
Gigawattstunden sind außerdem Speichermenge, nicht Leistung: Eine Batterie mit 2,7 Gigawattstunden kann nicht 2,7 Gigawatt liefern. Die 45 Megawatt aus dem Rechenbeispiel sind gerechnet, nicht gemessen.
Dass es 2026 keine Abschaltungen mehr gab, liegt nicht an den Hausbatterien; dieser Zusammenhang lässt sich nicht belegen. Für die Meldung gibt es keine primäre Quelle, sie stützt sich auf vier voneinander unabhängige Fachberichte, darunter zwei südafrikanische Wirtschaftsmedien.