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Mit 73 häkelt sie Brustprothesen und verschenkt sie

Gesellschaft ·

Illustration zur Meldung: Mit 73 häkelt sie Brustprothesen und verschenkt sie
Illustration aus der Folge, mit KI erzeugt

In Mumbai häkelt eine 73-Jährige Brustprothesen für Frauen nach einer Brustamputation und gibt sie kostenlos weiter. Angefangen hat sie an Silvester 2017 mit einem einzigen Stück. Nach Angaben ihrer Stiftung sind es inzwischen rund 32.500.

Jayashree Ratan aus Mumbai machte an Silvester 2017 eine gehäkelte Brustprothese für eine Frau, die eine Krebserkrankung überstanden hatte. 2018 gründete sie daraus die Saaisha India Foundation.

Die Prothesen werden gehäkelt oder gestrickt, aus merzerisierter Baumwolle. Sie sind waschbar und halten etwa zwei Jahre. Verschenkt werden sie an Frauen nach einer Brustamputation.

Nach Angaben der Organisation sind bis August 2026 rund 32.500 Stück weitergegeben worden.

Der Anlass dafür ist schlicht der Preis. Wer sich eine Silikonprothese nicht leisten kann, behilft sich mit Watte oder zusammengelegten Taschentüchern. Beides verrutscht und kann die Haut wundscheuern.

Einordnung

Gehäkelte Brustprothesen sind keine Erfindung aus Mumbai. Unter dem Namen Knitted Knockers gibt es sie international seit Jahren. Neu ist hier der Umfang: eine einzelne Frau, eine kleine Stiftung, und daraus eine fünfstellige Stückzahl.

Die Zahl 32.500 ist eine Eigenangabe der Organisation und von niemandem nachgezählt worden.

Und eine Prothese aus Baumwolle ist keine medizinisch gleichwertige Alternative zu einer Silikonprothese. Sie ist leichter, sie rutscht weniger als Watte, und sie kostet nichts. Für Frauen, für die die andere Möglichkeit gar keine Prothese ist, ist das der ganze Unterschied.

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