Abholzung im brasilianischen Amazonas auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Messungen 1988
Natur und Umwelt ·
Im brasilianischen Amazonasgebiet wurden von August 2025 bis Juli 2026 rund 3.335 Quadratkilometer Wald abgeholzt, so wenig wie nie seit Beginn der Messungen 1988. Das sind laut vorläufiger Schätzung des Weltraumforschungsinstituts INPE 41,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Die brasilianische Regierung hat am 16. Oktober 2026 die neuen Zahlen zur Abholzung im Amazonasgebiet bekannt gegeben. Sie stammen aus dem Satellitenprogramm PRODES des Weltraumforschungsinstituts INPE, das die jährliche Abholzungsrate aus Satellitenbildern ermittelt. Von August 2025 bis Juli 2026 wurden im brasilianischen Amazonasgebiet, auf Portugiesisch Amazônia Legal, rund 3.335 Quadratkilometer Wald abgeholzt.
Im Vorjahreszeitraum waren es noch 5.731 Quadratkilometer, der Rückgang beträgt also 41,8 Prozent. Es ist der niedrigste Wert seit Beginn der Messreihe 1988. Der bisherige Tiefstwert lag 2012 bei 4.571 Quadratkilometern. Gegenüber 2022, als 11.594 Quadratkilometer abgeholzt wurden, ist die jährliche Abholzung um gut 71 Prozent gesunken.
Am stärksten betroffen war der Bundesstaat Pará mit 1.130 Quadratkilometern, vor Mato Grosso mit 849 und Amazonas mit 525 Quadratkilometern. Auch im Cerrado, der großen Savannenregion Brasiliens, ging die Abholzung zurück: Mit rund 5.517 Quadratkilometern erreichte sie dort den niedrigsten Wert seit Beginn dieser Messreihe 2001, rund 24 Prozent weniger als im Vorjahr.
Neben PRODES betreibt das INPE das Echtzeit-Warnsystem DETER, das laufend Alarm für gefährdete Flächen schlägt. DETER hatte schon im August für denselben Zeitraum 2.874 Quadratkilometer unter Alarm gemeldet, 36 Prozent weniger als im Jahr davor. Das ist ein anderer Messwert als die PRODES-Rate, beide Zahlen lassen sich nicht direkt vergleichen.
Die 3.335 Quadratkilometer sind eine vorläufige Schätzung; die endgültige Rate folgt im ersten Halbjahr 2027. Die Zahl gilt nur für den brasilianischen Teil des Amazonas, nicht für das ganze Amazonasbecken mit Peru, Kolumbien und anderen Ländern. Abgeholzt wurde weiterhin, nur so wenig wie nie seit 1988.
Waldbrände sind in der Zahl nicht enthalten, und über die Lage im Oktober 2026 sagt sie nichts. Andere Messreihen, etwa von MapBiomas oder Imazon, messen anders und über andere Zeiträume. Die Zahlen erschienen kurz vor der Stichwahl in Brasilien am 25. Oktober 2026.