Alternativer Nobelpreis für Frauen und von Frauen geführte Gruppen, die sich gegen Machtstrukturen stellen
Gesellschaft ·
Der Right Livelihood Award 2026 geht an zwei Frauen und zwei von Frauen geführte Organisationen aus Pakistan, dem südlichen Afrika, Georgien und den USA. Die Stiftung gab die Preisträgerinnen vergangene Woche in Stockholm bekannt.
Die Right Livelihood Stiftung hat am 30. September 2026 in Stockholm die Preisträgerinnen des Right Livelihood Award 2026 bekanntgegeben, der oft Alternativer Nobelpreis genannt wird. Ausgezeichnet werden zwei Frauen und zwei Organisationen, die von Frauen geführt werden. Ausgewählt wurden sie laut Berliner Zeitung aus rund 200 Vorschlägen aus 72 Ländern.
Jalila Haider aus Pakistan ist Menschenrechtsanwältin und die erste Anwältin aus der Gemeinschaft der Hazara, einer Volksgruppe in Pakistan. Die Stiftung ehrt sie für ihren Einsatz gegen ethnische, staatliche und patriarchale Verfolgung; laut Berliner Zeitung geht es um über 7.000 Fälle.
Die Rural Women’s Assembly im südlichen Afrika organisiert Frauen auf dem Land, rund 178.000 Kleinbäuerinnen. Sie verteidigt deren Zugang zu Land und Saatgut und ihre körperliche Selbstbestimmung.
Die Georgian Young Lawyers’ Association wurde 1994 gegründet. Die Stiftung würdigt sie für den Aufbau und Schutz der georgischen Demokratie gegen ein autokratisches Vorgehen. Laut Berliner Zeitung hat die Vereinigung 1,5 Millionen kostenlose Rechtsberatungen gegeben.
Timnit Gebru, in Äthiopien geboren und in den USA tätig, ist KI-Forscherin und hat das Forschungsinstitut DAIR gegründet. Die Stiftung ehrt sie dafür, dass sie die Machtkonzentration in der künstlichen Intelligenz herausfordert. Den Preis gibt es seit 1980, gestiftet hat ihn Jakob von Uexküll. Verliehen wird er am 1. Dezember 2026 in Stockholm.
Trotz des Beinamens ist der Right Livelihood Award kein Nobelpreis und hat mit der Nobelstiftung nichts zu tun. Die Begründungen zu Georgien und Pakistan sind die Bewertungen der Stiftung.