Fortschritt, den keiner gemerkt hat

Amtliche Zählung findet 46 Prozent mehr Blaukrabben in der Chesapeake Bay als im Vorjahr

Natur und Umwelt ·

Die amtliche Winter Dredge Survey zählte im Winter 2025/26 hochgerechnet 349 Millionen Blaukrabben in der Chesapeake Bay, nach 238 Millionen im Winter davor. Der Zuwachs stammt fast vollständig von Jungkrabben, deren Zahl von 103 auf 228 Millionen stieg. Der Gesamtbestand bleibt unter dem langjährigen Mittel.

Die Winter Dredge Survey, eine amtliche Erhebung, bei der seit 1990 jeden Winter von Dezember bis März an rund 1.500 Probestellen der Grund abgesucht wird, kam für den Winter 2025/26 hochgerechnet auf 349 Millionen Blaukrabben in der Chesapeake Bay. Im Winter davor waren es 238 Millionen, ein Plus von 46 Prozent.

Der Zuwachs stammt fast vollständig von Jungkrabben. Ihre Zahl stieg von 103 Millionen auf 228 Millionen und liegt damit über dem langjährigen Mittel von 204 Millionen; so hoch war sie zuletzt 2019.

Die Zahl der erwachsenen Weibchen sank im selben Zeitraum von 108 Millionen auf 81 Millionen. Die Zahl erwachsener Männchen stieg von 26 Millionen auf 37 Millionen. Alle erwachsenen Tiere zusammen kamen 2026 auf 118 Millionen.

Getragen wird die Erhebung vom Maryland Department of Natural Resources und vom Virginia Institute of Marine Science.

Einordnung

Die Jungkrabben sind der Wert, an dem der Anstieg hängt. Ihre 228 Millionen liegen über dem langjährigen Mittel und so hoch wie seit 2019 nicht mehr. Nach den geltenden Referenzwerten stuft der zuständige Fachausschuss den Bestand als nicht überfischt ein.

Eine Erholung ist das nicht. Die 349 Millionen liegen unter dem langjährigen Mittel der Erhebung von rund 400 Millionen, und der Vorjahreswert war der zweitniedrigste seit 1990. Die erwachsenen Weibchen gingen um ein Viertel auf 81 Millionen zurück, über dem Überfischungs-Schwellenwert von 72,5 Millionen, aber weit unter dem Managementziel von 196 Millionen. Der Ausschuss empfiehlt, die vorsorglichen Fangbeschränkungen beizubehalten. Einen Grund für den Anstieg nennen die Quellen nicht.

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