Aus aller Welt

Aztekische Bilderhandschrift als Leihgabe erstmals seit 186 Jahren wieder in Mexiko

Geschichte ·

Seit dem 17. September 2026 zeigt das Museo Nacional de Antropología in Mexiko-Stadt den Codex Azcatitlan, eine Bilderhandschrift der Mexica aus dem späten 16. und frühen 17. Jahrhundert. Sie hat Mexiko 1840 verlassen. Eigentümerin bleibt die französische Nationalbibliothek, im Dezember 2026 geht der Codex zurück nach Frankreich.

Seit dem 17. September 2026 ist der Codex Azcatitlan im Museo Nacional de Antropología in Mexiko-Stadt zu sehen. Es ist das erste Mal seit 186 Jahren, dass die Bilderhandschrift in Mexiko gezeigt wird. Der Eintritt ist frei, die Ausstellung läuft bis zum 6. Dezember 2026.

Die Handschrift entstand im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert im Tal von Mexiko. Sie verbindet mesoamerikanische Bildschrift mit europäischer Schrift und erzählt die Geschichte der Mexica von der Wanderung aus dem mythischen Aztlan bis zur spanischen Eroberung.

Ein französischer Sammler brachte sie 1840 außer Landes, 1898 kam sie als Schenkung an die Bibliothèque nationale de France. Die Bibliothek bleibt Eigentümerin; im Dezember 2026 geht der Codex zurück nach Frankreich.

Vom Original ist nur eine aufgeschlagene Doppelseite unter Glas zu sehen, die übrigen Seiten hängen als Fotografien an den Wänden.

Einordnung

Grundlage ist eine Vereinbarung zwischen der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron vom November 2025 zu 200 Jahren diplomatischer Beziehungen. Der Austausch geht in beide Richtungen: Mexiko hat im Gegenzug den Codex Boturini nach Paris ausgeliehen, wo er bis Mitte Dezember 2026 zu sehen ist. Begleitend zeigt die Ausstellung in Mexiko-Stadt 25 archäologische und ethnografische Objekte sowie Faksimiles von neun weiteren Handschriften.

Eine Rückgabe ist das nicht. Die Handschrift ist für gut zweieinhalb Monate ausgeliehen, danach ist sie wieder in Paris. Die Eigentumsfrage selbst bleibt strittig: Nach einem Bericht des Smithsonian Magazine erheben Frankreich und Mexiko beide Anspruch. Und vom Codex ist in Mexiko-Stadt nur eine Doppelseite zu sehen, alles andere sind Fotografien.

Weitersagen WhatsApp