Bäuerinnen in Gujarat speichern das Monsunwasser unter ihren eigenen Feldern
Natur und Umwelt ·
Bhungroo heißt auf Gujarati Strohhalm. Das Verfahren leitet Monsunwasser über eine Grube und ein Rohr in eine Grundwasserschicht in etwa 100 Metern Tiefe, aus der es in der Trockenzeit wieder hochgepumpt wird. Jede Anlage gehört einer Gruppe von fünf Bäuerinnen.
Das Problem ist alt: Der Monsunregen fällt auf Felder, die ihn nicht halten können. Er läuft ab oder steht und schädigt die Wurzeln. Wenige Monate später fehlt genau dieses Wasser.
Bhungroo leitet den Regen über eine Sammelgrube und Rohre in eine Grundwasserschicht in etwa 100 Metern Tiefe. In der Trockenzeit wird er von dort wieder hochgepumpt.
Entwickelt hat das Verfahren Biplab Ketan Paul; die erste Anlage entstand 2004.
Der zweite Teil ist die Organisation. Jede Anlage wird von einer Gruppe von fünf Bäuerinnen betrieben, die sich das Wasser teilen.
Nach Angaben einer Förderorganisation sind seit 2011 über 3.500 Anlagen entstanden, in sieben indischen Bundesstaaten sowie in Bangladesch, Vietnam und Ghana.
Der Einfall besteht darin, den Boden selbst als Speicher zu benutzen. Ein oberirdisches Becken verdunstet und braucht Fläche. Hundert Meter tiefer passiert beides nicht.
Genauso wichtig ist die Eigentumsregel: Eine Anlage gehört nicht einem Großbauern, sondern fünf Frauen gemeinsam. Damit ist von vornherein festgelegt, wer das Wasser bekommt.
Drei Einschränkungen. Einen aktuellen Anlass gibt es nicht; das Verfahren stammt von 2004, der Artikel ist ein zeitloser Erklärtext. Die häufig zitierten Zahlen zu Hektar und Begünstigten stammen aus Texten von 2018 und sind nicht aktuell bestätigt. Und die Wirkungsangaben kommen vom Träger selbst.