Ist Bio besser für die Umwelt? Pro Hektar meist ja, pro Kilogramm Essen oft nicht
Natur und Umwelt ·
Die Datenforscherin Hannah Ritchie hat zusammengetragen, was die Forschung über die Umweltwirkung von Bio- und konventioneller Landwirtschaft weiß. Das Ergebnis hängt vor allem davon ab, was man misst: die Fläche oder die Menge an Lebensmitteln.
Hannah Ritchie arbeitet für Our World in Data, eine Plattform, die Forschungsergebnisse zu globalen Fragen aufbereitet. Am 14. September 2026 hat sie die Studienlage zu Bio und konventioneller Landwirtschaft ausgewertet.
Rechnet man pro Hektar Ackerfläche, schneidet Bio meist besser ab. Es entstehen weniger Schäden durch Pestizide, die Artenvielfalt ist höher, es werden weniger Treibhausgase frei, und Gewässer werden weniger überdüngt.
Rechnet man dagegen pro Kilogramm erzeugter Lebensmittel, verschiebt sich das Bild. Weil die Erträge niedriger sind, braucht Bio im Schnitt 64 Prozent mehr Fläche für dieselbe Menge. Bei den Treibhausgasen und der Belastung der Gewässer ist dann kein deutlicher Unterschied mehr zu erkennen. Nur bei den Schäden durch Pestizide liegt Bio auch pro Kilogramm vorn.
Eine wichtige Grundlage ist eine Metaanalyse von 100 Ökobilanzen, erschienen 2024 in der Fachzeitschrift Communications Earth and Environment.
Beide Sichtweisen sind richtig, sie beantworten nur verschiedene Fragen. Wer wissen will, wie ein bestimmtes Feld möglichst schonend bewirtschaftet wird, findet in Bio oft die bessere Antwort. Wer wissen will, wie die Welt satt wird, ohne mehr Natur in Ackerland zu verwandeln, muss auch auf den Ertrag schauen.
Ritchie zieht daraus eine deutliche Folgerung: Würde die ganze Welt auf Bio umstellen, müsste deutlich mehr Wald und Natur zu Ackerland werden.
Eine einfache Antwort gibt es also nicht. Es kommt darauf an, was man messen will.