Im Burgund hat der Gemeindeverband das letzte Lokal des Dorfes wieder geöffnet
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In Saint-Martin-sur-Ouanne im Departement Yonne hatte das Bistro zugemacht, das letzte Geschäft im Ort. Der Gemeindeverband, dem das Haus gehört, steckte 25.000 Euro in die Renovierung und verpachtete neu. Seit dem 15. August 2026 ist wieder offen.
Das Café de la Gare in Saint-Martin-sur-Ouanne war das letzte Ladengeschäft im Ort. Die Bäckerei hatte Jahre zuvor geschlossen. Als auch das Bistro dichtmachte, gab es im Dorf nichts mehr.
Das Gebäude gehört nicht einem Privatmann, sondern dem Gemeindeverband Charny Orée de Puisaye, einem Zusammenschluss von 14 Orten. Der Verband nahm 25.000 Euro in die Hand, ließ renovieren und suchte neue Pächter.
Nach rund acht Monaten Schließung öffnete das Lokal am 15. August 2026 wieder, unter neuem Namen: Au Bon Accueil, zum guten Empfang.
Zum Größenverhältnis: In Frankreich gab es um 1900 etwa 500.000 Cafés und Bistros. Heute sind es 30.000 bis 40.000.
Der Punkt ist die Eigentumsfrage. Weil das Haus schon der öffentlichen Hand gehörte, musste niemand erst etwas zurückkaufen. Der Verband konnte renovieren und neu verpachten, sonst nichts. Das ist ein kleiner, unspektakulärer Hebel, den viele Gemeinden haben, ohne ihn zu nutzen.
Gehandelt hat auch nicht das Dorf allein, sondern der Verbund von 14 Orten. Für eine einzelne kleine Gemeinde wären 25.000 Euro eine andere Hausnummer.
Zwei Einschränkungen: Die Wiedereröffnung liegt inzwischen über fünf Wochen zurück, das ist keine Meldung von dieser Woche. Und das französische Programm „1000 Cafés", das häufig im Zusammenhang mit solchen Geschichten genannt wird, hat mit diesem Bistro nichts zu tun.