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Bei Chioggia südlich von Venedig liegt ein großes unterirdisches Süßwasservorkommen, das geschützt werden soll

Natur und Umwelt ·

Bei Chioggia südlich von Venedig liegt in 28 bis 35 Metern Tiefe ein Süßwasservorkommen, das sich nach Schätzung über knapp 30.000 Hektar erstreckt. Die Forschenden wollen das Wasser nicht abpumpen, sondern schützen.

Zwischen Buoro in der Gemeinde Cavarzere und Punta Gorzone bei Chioggia, in der Metropolitanstadt Venedig, liegt ein großes unterirdisches Süßwasservorkommen. Nach Schätzung erstreckt es sich über knapp 30.000 Hektar. Lorenzo Frison, Ingenieur beim Wasser- und Bodenverband Consorzio di Bonifica Adige Euganeo, vergleicht die Fläche mit dem Gardasee. Das Gebiet darüber liegt bis zu 4 Meter unter dem Meeresspiegel.

Das Süßwasser liegt in etwa 28 bis 35 Metern Tiefe. Dicke Tonschichten schützen es gegen eindringendes Meerwasser. Das Grundwasser weiter oben ist dagegen versalzen, mit 1 bis 2 Gramm Salz pro Liter, an manchen Stellen in etwa 7 Metern Tiefe sogar bis 14 Gramm. Das tiefe Vorkommen enthält laut Sandra Donnici vom italienischen Forschungsrat CNR nur etwa 1 Gramm pro Liter.

Gefunden wurde das Vorkommen bei Bohrungen im EU-Projekt SWAMrisk. Es gehört zum Programm Interreg Italien–Kroatien, läuft von April 2024 bis Oktober 2026 und hat rund 2,19 Millionen Euro zur Verfügung. Geleitet wird es von der Universität Split. Beteiligt sind die Universität Zagreb, das CNR-Institut IGG, die Region Venetien, das Consorzio in Este und das Ingenieurbüro M3E aus Padua.

Luigi Tosi vom CNR nennt den Fund unerwartet. Das Vorkommen müsse unbedingt geschützt werden, ohne Förderbrunnen. Wie viel Wasser es enthält, ist noch nicht bestimmt.

Einordnung

Das Vorkommen liegt nicht unter Venedig selbst, sondern bei Cavarzere und Chioggia, rund 30 bis 40 Kilometer südlich der Lagunenstadt. Es ist keine Trinkwasserreserve zum Anzapfen: Laut CNR soll es nicht ausgebeutet werden, weil Abpumpen den Boden absinken lassen und das Wasser versalzen könnte.

Die Fläche ist geschätzt, die Wassermenge unbekannt; der Vergleich mit dem Gardasee betrifft nur die Fläche. Eine Fachveröffentlichung gibt es noch nicht, alle Angaben stammen von den Beteiligten des Projekts.

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