Dämmplatten aus Moorpflanzen: Biomasse aus wiedervernässten Mooren dämmt im Fraunhofer-Test wie Holzfaser
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Dämmplatten aus Pflanzen von Nasswiesen und wiedervernässten Mooren dämmen im Labor so gut wie gängige Holzfaserdämmstoffe. Das hat das Fraunhofer-Institut für Holzforschung in Braunschweig mit Prototypen gezeigt.
Das Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI), in Braunschweig hat aus Pflanzen von Nasswiesen und wiedervernässten Mooren Dämmplatten hergestellt. Fachleute nennen diesen Rohstoff Paludi-Biomasse. Die Prototypen erreichen eine Wärmeleitfähigkeit von etwa 0,040 Watt pro Meter und Kelvin bei einer Rohdichte von etwa 100 Kilogramm pro Kubikmeter. Das ist vergleichbar mit gängigen Holzfaserdämmstoffen.
Die Wärmeleitfähigkeit gibt an, wie viel Wärme ein Material durchlässt. Je kleiner der Wert, desto besser dämmt es. Für die Platten wurde die Biomasse thermomechanisch zerfasert, also mit Wärme und mechanischer Kraft in Fasern zerlegt. Die größten Platten maßen 1.000 mal 500 mal 40 Millimeter. Projektleiterin Dr. Julia Belda sagt, die Biomasse lasse sich wie Holzfaserdämmstoffe zu Platten und Matten verarbeiten.
Die Ergebnisse sind ein Nebenprodukt des Verbundprojekts „HyLight“, an dem unter anderem die Universität Göttingen, die Kurtz GmbH und die Sto SE beteiligt sind. Gefördert wird das Projekt vom Bundeslandwirtschaftsministerium über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).
Ziel ist, die Rohstoffbasis für ökologische Dämmstoffe zu verbreitern und den Druck auf den Rohstoff Holz zu senken. Wenn sich auch Pflanzen von nassen Flächen zu Dämmplatten verarbeiten lassen, muss dafür weniger Holz eingesetzt werden.
Die Platten sind Laborprototypen, kein fertiges Produkt. Die Aufbereitung der Fasern und der Dämmstoff selbst werden noch weiterentwickelt, eine Marktreife ist nicht angekündigt. Die Messwerte stammen vom Institut selbst und wurden bisher nicht unabhängig geprüft. Welche Pflanzenarten genau verarbeitet wurden, hat das Institut nicht mitgeteilt.
Dämmstoffe aus Moorpflanzen gibt es schon, etwa aus Rohrkolben. Neu ist der Nachweis, dass gemischte Biomasse von Nasswiesen die Dämmwerte von Holzfaser erreicht. Einen Klimanutzen in Zahlen nennt das Institut für diese Arbeit nicht.