Deutschland: Mammographie-Screening soll ab August 2027 schon ab 45 Kassenleistung werden
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Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am 15. Oktober 2026 beschlossen, dass Frauen schon ab 45 statt erst ab 50 Jahren zum Mammographie-Screening der gesetzlichen Krankenkassen gehen können. Wenn das Bundesgesundheitsministerium nicht widerspricht, gilt das ab 1. August 2027 für rund 2,5 Millionen Frauen zusätzlich.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 15. Oktober 2026 die untere Altersgrenze für das Mammographie-Screening von 50 auf 45 Jahre gesenkt. Der G-BA ist das Gremium, das festlegt, welche Leistungen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland bezahlen. Beim Mammographie-Screening werden Frauen ohne Beschwerden regelmäßig geröntgt, um Brustkrebs früh zu finden. Bisher galt das Angebot für Frauen von 50 bis 75 Jahren, etwa 14,5 Millionen Frauen. Neu dazu kommen laut G-BA rund 2,5 Millionen Frauen von 45 bis 49 Jahren.
Das Bundesgesundheitsministerium prüft den Beschluss nun als Rechtsaufsicht. Beanstandet es ihn nicht, tritt er am 1. August 2027 in Kraft. Ab dann können Frauen von 45 bis 49 selbst über die Zentralen Stellen einen Termin buchen. Persönliche Einladungen kommen voraussichtlich ab Januar 2028. Untersucht wird weiterhin alle zwei Jahre.
Vorausgegangen war eine Änderung beim Strahlenschutz. Weil bei der Mammographie geröntgt wird, regelt das Bundesumweltministerium in der Brustkrebs-Früherkennungs-Verordnung, ab welchem Alter die Untersuchung ohne Beschwerden erlaubt ist. Die geänderte Verordnung gilt seit 5. März 2026. Den Anstoß gab die aktualisierte europäische Brustkrebsleitlinie der EU-Kommission.
Die neue Regel gilt noch nicht. Kassenleistung wird das Screening ab 45 frühestens am 1. August 2027, und nur, wenn das Bundesgesundheitsministerium den Beschluss nicht beanstandet. Seit März 2026 ist die Untersuchung ab 45 zwar erlaubt, bis zum Start müssen Frauen sie aber selbst bezahlen. Einladungen kommen erst ab 2028, davor müssen Frauen selbst einen Termin vereinbaren.
Das Screening ist kein reiner Gewinn, sondern eine Abwägung: Bei jüngeren Frauen ist das Brustgewebe dichter, Tumoren sind schwerer zu erkennen, die Strahlung wirkt stärker, und Fehlalarme sind häufiger. Die Informationen für Versicherte werden derzeit überarbeitet.