Deutschland ist dem UN-Abkommen zum Schutz der Hohen See beigetreten
Natur und Umwelt ·
Deutschland hat als 94. Staat das UN-Abkommen zum Schutz der Hohen See ratifiziert. Ab dem 21. Oktober 2026 ist es für deutsche Schiffe und Forschende verbindlich.
Bundesumweltminister Carsten Schneider hat am Rande der UN-Generalversammlung in New York die deutsche Ratifizierungsurkunde zum UN-Hochseeschutzabkommen hinterlegt. Ratifizieren heißt, dass ein Staat einen unterzeichneten Vertrag endgültig für sich als verbindlich annimmt. Laut Pressemitteilung des Umweltministeriums vom 22. September 2026 ist Deutschland damit der 94. Staat, der das Abkommen ratifiziert hat. Für deutsche Akteure wie Schiffe und Forschende gilt es ab dem 21. Oktober 2026.
Die Hohe See ist der Teil der Meere, der außerhalb nationaler Gewässer liegt, laut ZDF rund zwei Drittel der Meere. Davon sind laut ZDF nur 1,7 Prozent geschützt. Nach dem Abkommen, international BBNJ genannt, sollen dort Schutzgebiete entstehen. Das gemeinsame Ziel lautet, bis 2030 30 Prozent der Meere zu schützen.
Der Weg dorthin war lang. Deutschland hatte das Abkommen im September 2023 unterzeichnet, der Bundesrat schloss das Gesetzgebungsverfahren am 27. März 2026 ab. International ist das Abkommen bereits seit dem 17. Januar 2026 in Kraft.
Die erste Konferenz der Vertragsstaaten, auch Ocean-COP genannt, ist für Januar 2027 in New York geplant. Deutschland arbeitet unter anderem mit Brasilien, Chile, Ecuador, Indonesien, Mikronesien und dem Senegal an ersten Vorschlägen für Schutzgebiete.
Das Abkommen ist nicht neu, es gilt international seit Januar 2026; neu ist, dass Deutschland Vertragsstaat ist. Schutzgebiete auf Hoher See gibt es nach diesem Abkommen noch keine, die ersten sollen erst nach der Konferenz 2027 beschlossen werden.
Wichtige Länder wie die USA sind nicht beigetreten. Laut dem vom ZDF befragten Experten Stephan Hein ist fraglich, ob das Ziel von 30 Prozent bis 2030 erreicht wird. Wie viel der Hohen See heute geschützt ist, wird unterschiedlich angegeben; manche Organisationen nennen rund 1 Prozent.