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Deutschland verbraucht weniger als halb so viel Kohle wie vor zehn Jahren: minus 55 Prozent seit 2015

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Bild aus der Folge, mit KI erzeugt

Deutschland hat 2025 rund 55 Prozent weniger Kohle verbraucht als 2015. Das ergibt sich aus den Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen: 1.470 Petajoule Stein- und Braunkohle im Jahr 2025 gegenüber 3.258 Petajoule zehn Jahre zuvor.

Nach den vorläufigen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) hat Deutschland 2025 zusammen 1.470 Petajoule Kohle verbraucht: 721 Petajoule Steinkohle und 749 Petajoule Braunkohle. 2015 waren es 3.258 Petajoule, davon 1.691 Petajoule Steinkohle und 1.567 Petajoule Braunkohle. Der Kohleverbrauch ist damit um rund 55 Prozent gesunken und liegt bei etwa 45 Prozent des Werts von vor zehn Jahren.

Gezählt wird der Primärenergieverbrauch. Das ist die Energie, die ein Land aus allen Quellen einsetzt, bevor daraus Strom, Wärme oder Treibstoff wird. Bei der Kohle zählt also nicht nur der Kohlestrom, sondern auch Kohle für Wärme und für die Stahlherstellung. Ein Petajoule ist eine Billiarde Joule.

Auch der Anteil der Kohle ist kleiner geworden: 2025 deckte sie 13,9 Prozent des Primärenergieverbrauchs, 2015 waren es 24,5 Prozent. Allein von 2024 auf 2025 sank der Verbrauch an Steinkohle um 6,8 Prozent und an Braunkohle um 7,4 Prozent. Der Steinkohleverbrauch erreichte laut AGEB einen neuen Allzeit-Tiefstand. Der gesamte Primärenergieverbrauch fiel auf 10.530 Petajoule, den tiefsten Stand seit 1990.

Beim Strom zeigt sich dieselbe Richtung. Laut Statistischem Bundesamt kamen im ersten Halbjahr 2026 49,4 Milliarden Kilowattstunden aus Kohle, das waren 21,4 Prozent der Stromerzeugung. Die Stromerzeugung aus allen fossilen Energieträgern zusammen fiel von 174,6 Milliarden Kilowattstunden im ersten Halbjahr 2018 auf 94,2 Milliarden Kilowattstunden im ersten Halbjahr 2026.

Einordnung

Verglichen wird 2025 mit 2015, weil für 2026 noch keine Jahreszahl vorliegt. Beide Werte sind vorläufige Schätzungen der AGEB. Spätere Korrekturen ändern sie leicht, an der Halbierung ändert das nichts.

Der Rückgang hat mehrere Ursachen. Ein Teil kommt von geringerer Industrieproduktion und von Stromimporten, nicht nur vom Ausbau der erneuerbaren Energien. Außerdem gilt die Zahl nur für Deutschland: Weltweit steigt der Kohleverbrauch laut Internationaler Energieagentur 2026 auf einen Rekord.

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