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Eine einzellige Amöbe aus heißen Quellen teilt sich noch bei 63 Grad Celsius

Wissenschaft ·

In geothermalen Rinnsalen im Lassen Volcanic National Park in Kalifornien hat ein Team eine Amöbe gefunden, die sich bei 63 Grad Celsius teilt und sich bei 64 Grad noch bewegt. Das ist der höchste bisher gemessene Wert für ein Lebewesen mit Zellkern. Bislang lag er bei 60 Grad.

Die Amöbe heißt Incendiamoeba cascadensis, zu Deutsch etwa Feueramöbe aus den Kaskaden, und ist ein Einzeller. Gefunden wurde sie in geothermalen Rinnsalen an einem Zufluss des Hot Springs Creek im Lassen Volcanic National Park in Kalifornien, wo das Wasser rund 50 bis 65 Grad Celsius warm ist.

Sie teilt sich bei 63 Grad Celsius und bewegt sich noch bei 64 Grad. Am besten wächst sie bei etwa 57 bis 58 Grad. Oberhalb von 66 Grad rundet sich die Zelle ab und verkapselt sich; 70 Grad übersteht sie als Dauerform fünf Minuten lang, 80 Grad überlebt sie nicht.

Das von der NASA geförderte Team sammelte zwischen 2023 und 2025 Proben und fand die Amöbe an 14 von 20 Stellen. Die Arbeit erschien am 22. September 2026 im Fachblatt Cell.

Einordnung

Der bisherige Höchstwert für eine Zelle mit Zellkern lag bei 60 Grad Celsius und wurde von einigen Pilz- und Rotalgenarten gehalten. Im Erbgut der Amöbe fand das Team gehäuft Gene für Proteinstabilität, DNA-Reparatur und Umweltwahrnehmung, und ihre Proteine tragen auffällig viele positiv geladene Bausteine an der Oberfläche, wie man es von hitzeliebenden Bakterien und Archaeen kennt.

Der Zugewinn beträgt drei Grad. Ein Rekord für Leben überhaupt ist es nicht, Archaeen wachsen bis 122 Grad Celsius. Die Teilung bei 63 Grad wurde über sieben Tage in Laborkulturen gemessen, nicht im Bach beobachtet. Auf Leben auf anderen Planeten lässt der Fund nicht schließen; die Erstautorin nennt Säuregrad, Sauerstoff, Druck, Wasser, Nahrung und andere Lebewesen als ebenso nötige Bedingungen.

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