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Zum ersten Mal seit über hundert Jahren ist eine neue Katzenart beschrieben worden

Natur und Umwelt ·

Illustration zur Meldung: Zum ersten Mal seit über hundert Jahren ist eine neue Katzenart beschrieben worden
Illustration aus der Folge, mit KI erzeugt

In den Nebelwäldern Boliviens lebt eine kleine gefleckte Katze, die die Menschen vor Ort seit Generationen Tilcayo nennen. Am 17. September 2026 hat sie einen wissenschaftlichen Namen bekommen: Leopardus tilcayo. Es ist die erste lebende Katzenart, die seit 1923 neu beschrieben wurde.

Den Anstoß gab kein Fund im Wald, sondern ein Blick in eine Auffangstation. Eine Forscherin sah dort ein Tier, das zu keiner bekannten Art passen wollte.

Daraufhin hat ein Team das Erbgut von 38 südamerikanischen Tigerkatzen untersucht und die ganze Gruppe neu sortiert. Das Ergebnis, veröffentlicht am 17. September 2026 in der Fachzeitschrift Current Biology, beschreibt fünf Arten statt der bisher angenommenen Zahl. Eine davon ist neu: Leopardus tilcayo, benannt nach dem Namen, den die Menschen vor Ort benutzen.

Die Katze lebt in den Yungas, dem Nebelwald am Ostrand der Anden, auf etwa 1570 Metern Höhe. Sie misst rund 46 Zentimeter ohne Schwanz und wiegt etwa 1,4 Kilogramm, ist also kleiner als eine durchschnittliche Hauskatze. Von ihren nächsten Verwandten hat sie sich vor rund 1,4 Millionen Jahren getrennt.

Genetisch belegt sind bisher zwei Tiere.

Einordnung

Neu ist hier die wissenschaftliche Einordnung, nicht das Tier. Die Menschen in den bolivianischen Yungas kennen den Tilcayo seit Generationen; er hatte dort längst einen Namen, bevor er einen lateinischen bekam. Das ist bei Erstbeschreibungen häufiger so, als die Wortwahl „Entdeckung" vermuten lässt.

Bemerkenswert ist der Zeitraum. Säugetiere gelten als die am besten untersuchte Tiergruppe überhaupt, und Katzen sind darin die am gründlichsten beschriebene Familie. Dass darin noch eine lebende Art übrig war, seit 1923, sagt einiges über die Grenzen unseres Wissens.

Wie viele dieser Katzen es gibt, ist offen. Es gibt für die Art weder eine Bestandszahl noch eine Gefährdungseinstufung. Mit zwei genetisch belegten Tieren ist der Anfang gemacht, mehr nicht.

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