Freiwillige versetzen sich in Lachs, Otter und Regenwurm, um Gefahren am Fluss Tone sichtbar zu machen
Natur und Umwelt ·
Am Fluss Tone in Somerset haben sich Freiwillige in fünf Tiere hineinversetzt und beschrieben, welche Gefahren ein Lachs, ein Otter oder ein Regenwurm dort erlebt. Die Gefahren wurden kartiert und als interaktive 3D-Karte veröffentlicht.
Von Januar bis Juni 2026 lief am Fluss Tone in Somerset (England) das Projekt „Risks Beyond Human Eyes“, auf Deutsch etwa „Gefahren jenseits menschlicher Augen“. Getragen wurde es von ASRA, einer Einrichtung zur Bewertung großer zusammenhängender Risiken, und der University of the West of England, gemeinsam mit den Friends of Longrun Meadow und dem Somerset Wildlife Trust. Bezahlt hat es das Ecological Citizens Network des britischen Forschungsrats EPSRC/UKRI.
Die Teilnehmer versetzten sich in fünf Tiere: Rothirsch, Fischotter, Regenwurm, Turmfalke und Atlantischer Lachs. Aus deren Sicht beschrieben sie, was am Fluss gefährlich ist. Laut dem Magazin Positive News schwamm ein Teilnehmer als Lachs gedanklich durch verschmutztes, sauerstoffarmes Wasser. Eine Bodenökologin empfand als Regenwurm die Vibrationen eines Generators als überwältigend. Als Otter fielen der Lärm von Zügen und Autos auf.
Die gesammelten Gefahren wurden kartiert. Veröffentlicht sind sie als interaktive 3D-Karte, genannt „NCA Demonstrator“, zusammen mit sieben vorläufigen Beobachtungen.
Laut Positive News wollen Engagierte vor Ort die Erkenntnisse in eine Kampagne einbringen, die den Fluss über 30 Jahre wiederbeleben soll. Einzelheiten dazu werden noch zurückgehalten.
Sich in Tiere hineinzuversetzen ist eine Methode, um ins Gespräch zu kommen und Gefahren zu sammeln, keine wissenschaftliche Messung der Wasserqualität. Am Fluss selbst hat sich bisher nichts verbessert. Das Projekt endete bereits im Juni 2026. Der Projektleiter Phil Tovey ist Direktor von ASRA, also der Einrichtung, die die Ergebnisse veröffentlicht.
Die 30-jährige Kampagne ist nur angekündigt, nicht beschlossen, und nur Positive News berichtet davon. Sie soll laut Positive News bei ausbleibendem Erfolg schrittweise zu entschlosseneren, gewaltfreien Protestformen übergehen. Ein Vorhaben der Behörden ist sie nicht.