Der früheste bekannte Vorläufer eines Galaxien-Superhaufens ist dreidimensional vermessen
Universum und Raumfahrt ·
Ein internationales Team hat zwei Ansammlungen werdender Galaxienhaufen dreidimensional kartiert. Ihr Licht stammt aus einer Zeit, als das Universum rund 2,1 Milliarden Jahre alt war, also etwa zwölf Milliarden Jahre vor heute. Die größere der beiden besteht aus zehn Dichtezentren und gilt den Autoren als bestätigter Vorläufer eines Superhaufens, der früheste seiner Art.
Ein internationales Team unter Leitung von Vandana Ramakrishnan hat zwei Ansammlungen junger Galaxienhaufen dreidimensional kartiert. Sie heißen COSMOS-z3.1-A und COSMOS-z3.1-C. Ihr Licht stammt aus einer Zeit, als das Universum nach Angaben des Forschungszentrums NOIRLab rund 2,1 Milliarden Jahre alt war, also etwa zwölf Milliarden Jahre vor heute.
COSMOS-z3.1-A besteht laut Fachaufsatz aus zehn einzelnen Dichtezentren, COSMOS-z3.1-C aus vier. Jedes Zentrum ist ein eigener werdender Galaxienhaufen. Beide Komplexe sind unregelmäßig geformt und entlang einer einzigen Achse gestreckt, nicht kugelförmig.
Aufgespürt wurden sie über Lyman-Alpha-Emitter, also über Galaxien mit einer bestimmten Wasserstoff-Spektrallinie, die dichte Regionen anzeigt. Die Daten stammen aus der Durchmusterung ODIN mit der Kamera DECam am Víctor-M.-Blanco-Teleskop in Chile, aufgenommen in über 100 Beobachtungsnächten innerhalb von drei Jahren. Der Fachaufsatz erschien im Astrophysical Journal, die Mitteilungen von NOIRLab und Rutgers datieren auf den 8. September 2026.
Ein Superhaufen ist eine Ansammlung vieler Galaxienhaufen. Die Autoren vergleichen COSMOS-z3.1-A mit der bekannten Struktur Hyperion aus einer späteren Epoche. Bemerkenswert ist die Form: Die zehn Dichtezentren reihen sich entlang einer einzigen Achse, statt kugelig zu klumpen.
Ein Superhaufen ist das noch nicht. Die zehn Gruppen sind nicht gravitativ gebunden und nicht verschmolzen; dass sie zusammenwachsen, ist eine an einer Simulation geeichte Vorhersage. Die oft zitierten 5000 Milchstraßenmassen sind keine gemessene heutige Masse, sondern eine Modellrechnung dafür, was aus der Struktur einmal werden soll. Der Rekord gilt für Vorläufer, nicht für einzelne Protohaufen. Und neu ist die Arbeit nicht: Der Preprint liegt seit November 2025 vor.