Headset für einen Kurztest auf Gehirnerschütterung gewinnt den US-Landespreis des Dyson Award
Medizin ·
Drei Studierende der Harvard University haben ein Headset gebaut, das am Spielfeldrand in etwa einer Minute Augenbewegungen misst und dem Trainer einen Hinweis gibt, ob ein Spieler zum Arzt sollte. Dafür haben sie den US-Landespreis des James Dyson Award 2026 erhalten, dotiert mit 6.500 US-Dollar. Es ist ein Prototyp.
Drei Studierende der Harvard University haben ein Headset namens Rumble Rims entwickelt. Es soll am Spielfeldrand auf Anzeichen einer Gehirnerschütterung testen. Dafür haben sie den James Dyson Award 2026 als nationale Gewinner für die USA bekommen; der Preis ist mit 6.500 US-Dollar dotiert.
An den Seiten sitzen zwei Infrarotkameras; Spiegel im 45-Grad-Winkel lenken das Infrarotlicht zur Kamera, lassen sichtbares Licht aber durch, damit der Blick frei bleibt. In etwa 60 Sekunden läuft eine Augenbewegungsaufgabe ab: Gemessen wird, wie die Augen einem Punkt folgen, wie sie fixieren und springen. Ein Vergleichstest vor der Verletzung ist nach Angaben des Teams nicht nötig.
Zum System gehören eine Anzeige für den Trainer und eine Übersicht, die die Erholung über Wochen verfolgt. Als Nächstes wollen die drei einen belastbareren Prototyp bauen und den Test mit Sportlern, Trainern und medizinischen Beratern überprüfen.
Nach einer Befragung der US-Gesundheitsbehörde CDC aus dem Jahr 2017 gaben 15,1 Prozent der amerikanischen Highschool-Schüler an, in den zwölf Monaten davor mindestens eine Gehirnerschütterung beim Sport erlitten zu haben. Ein Test, der rund eine Minute dauert und ohne Vergleichsmessung von vorher auskommt, setzt genau an dieser Stelle an.
Geprüft ist davon nichts. Es gibt einen Prototyp, keine klinische Studie und keine Zulassung als Medizinprodukt; wie zuverlässig das Verfahren anschlägt, ist nicht veröffentlicht. Das Team nennt es selbst eine Vorprüfung und kein Diagnosegerät: Über die Rückkehr ins Spiel soll weiter medizinisches Fachpersonal entscheiden. Der James Dyson Award ist ein Design- und Konstruktionspreis, kein medizinisches Gütesiegel; die internationale Entscheidung fällt erst am 4. November 2026.