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Juno misst an Jupiters Bugstoßwelle Plasmawellen mit Oberwellen, die an der Erde fehlen

Universum und Raumfahrt ·

Die NASA-Sonde Juno durchquerte im Dezember 2024 zweimal Jupiters Bugstoßwelle, die Grenze weit vor dem Planeten, an der der Sonnenwind schlagartig abgebremst wird. Ihr Instrument Juno Waves zeichnete dort ionenakustische Wellen mit einer Grundfrequenz von 5610 Hertz und zwei Oberwellen auf. An der Erde treten diese Wellen laut der Studie ohne solche Struktur auf.

Juno durchquerte die Stoßfront zweimal: am 10. Dezember 2024 gegen 17:25 UT auf dem Weg nach außen und am 11. Dezember 2024 gegen 03:05 UT auf dem Rückweg, jeweils rund 81 Jupiterradien vom Planeten entfernt, gut fünfeinhalb Millionen Kilometer.

Das Instrument Juno Waves maß im Burst-Modus mit 50 Kilohertz Auflösung. So hoch aufgelöste Plasmawellendaten fehlten an den äußeren Planeten bis dahin. Gemessen wurde eine Grundfrequenz von 5610 Hertz sowie eine zweite und dritte Oberwelle bei 11130 und 16680 Hertz.

Vor der Stoßfront fand Juno Bereiche, die die Studie als foreshock-ähnlich bezeichnet, mit starken Langmuir-Wellen bei 9 bis 9,6 Kilohertz. Das Verhältnis der Ionentemperaturen erreichte rund 80, an der Erde sind es typischerweise etwa 18.

Die Arbeit erschien am 31. Juli 2026 in Nature Communications; Erstautorin ist Jayasri Joseph von der University of Iowa.

Einordnung

Die Oberwellenstruktur ist der belegte Unterschied zur Erde. Die Autoren deuten sie als möglichen Hinweis auf eingefangene Teilchen und halten eine starke Elektronen-Zyklotron-Drift-Instabilität für wahrscheinlich, die die Wucht des Stoßes auffängt. Regelmäßige Verstärkungen des Magnetfelds im Abstand von 8,3 Sekunden erklären sie am ehesten damit, dass sich die Stoßfront selbst neu bildet.

Neu ist im September 2026 allein die Pressemitteilung; die Daten stammen von Dezember 2024. Grundlage sind genau zwei Durchquerungen innerhalb von rund zehn Stunden, keine allgemeine Aussage über Jupiter. Die Studie formuliert vorsichtig: Teilcheneinfang sei möglich, eine Neubildung werde nahegelegt. Und eine Bugstoßwelle ist kein Schutzschild gegen Strahlung, sie bremst und lenkt den Sonnenwind ab.

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