Kaffernhornrabe im Zoo Artis bekommt als wohl erster Vogel Ober- und Unterschnabel aus dem 3D-Drucker
Natur und Umwelt ·
Ein junger Kaffernhornrabe im Amsterdamer Zoo ARTIS kann wieder selbst fressen, weil Ober- und Unterschnabel durch Prothesen aus dem 3D-Drucker ersetzt wurden. Laut ARTIS ist es nach bisherigem Wissen weltweit das erste Mal, dass bei einem Vogel beide Schnabelhälften so ersetzt wurden.
Ein junges Männchen der Art Südlicher Hornrabe, auch Kaffernhornrabe genannt, lebt im ARTIS-Zoo in Amsterdam. Der Vogel hatte Ober- und Unterschnabel gebrochen, monatelang blieben nur zwei kurze Stümpfe. Damit konnte er schlecht Futter aufnehmen und sein Gefieder nicht pflegen. Mitte Oktober 2026 hat der Zoo berichtet, wie ihm geholfen wurde.
Aus CT-Aufnahmen, also Schichtbildern aus dem Röntgengerät, entwarf das 3DLab des Universitätsklinikums UMC Utrecht unter Joëll Magré zwei Prothesen aus Kunststoff und druckte sie. Befestigt sind die Prothesen mit Titanteilen von Amnovis und mit Schrauben, sie lassen sich wieder abnehmen.
Operiert haben Bjorn Meij und Lucinda van Stee von der Fakultät für Tiermedizin der Universität Utrecht, gemeinsam mit der Vogelspezialistin Yvonne van Zeeland und der ARTIS-Tierärztin Martine van Zijll Langhout.
Der Hornrabe kam schnell mit den neuen Schnabelhälften zurecht und fraß schon am Tag nach der Operation selbst. Er kann wieder Insekten aufnehmen und sich putzen, also genau das tun, was mit den Stümpfen nicht ging.
Das „erste Mal“ gilt nur nach bisherigem Wissen. Vögel mit einem künstlichen Ober- oder Unterschnabel gab es schon vorher, auch Hornvögel, neu ist, dass beide Hälften ersetzt wurden.
Ob die Prothesen auf Dauer halten, ist offen, eine Fachveröffentlichung ist erst geplant, wenn sie sich bewährt haben. Wann operiert wurde und wie der Schnabel gebrochen ist, hat der Zoo nicht mitgeteilt.