Aus aller WeltIm Video

Ein Kartenspiel bringt philippinischen Schülern Chemie über Heilpflanzen bei

Gesellschaft ·

Illustration zur Meldung: Ein Kartenspiel bringt philippinischen Schülern Chemie über Heilpflanzen bei
Illustration aus der Folge, mit KI erzeugt

An der Ateneo de Manila University ist ein Kartenspiel entstanden, in dem die Spielenden Heilpflanzen einer Krankheit zuordnen und dazu den chemischen Stoff, der darin wirkt. Oberstufenschüler, die damit gespielt hatten, schnitten im Test deutlich besser ab als die Vergleichsgruppe.

Das Spiel heißt Herbularyo, nach den traditionellen Heilern auf den Philippinen. Entwickelt wurde es an der Ateneo de Manila University.

Die Spielenden schlüpfen in die Rolle solcher Heiler. Sie ordnen einer Krankheit eine Heilpflanze zu und dazu die chemische Verbindung, die in ihr wirkt. Vorkommen tun einheimische Pflanzen, darunter die Bittermelone Ampalaya.

Eine Partie dauert fünf bis zehn Minuten.

Geprüft wurde das Spiel an zwei Gruppen. Oberstufenschüler, die damit gespielt hatten, verbesserten ihre Testergebnisse deutlich stärker als eine Vergleichsgruppe ohne Spiel. Bei Studierenden dagegen war kein messbarer Vorteil festzustellen.

Die Arbeit erschien in der Mai-Ausgabe 2026, die Mitteilung der Universität stammt vom 17. Juli 2026.

Einordnung

Der Reiz liegt im Anknüpfen. Chemieunterricht beginnt normalerweise bei Molekülen, die mit dem Alltag der Schüler nichts zu tun haben. Hier beginnt er bei Pflanzen, die in der Familie seit Generationen benutzt werden, und arbeitet sich von dort zum Wirkstoff vor.

Dass es bei Studierenden nichts brachte, ist die ehrlichere Hälfte des Ergebnisses. Wer den Stoff ohnehin schon strukturiert gelernt hat, gewinnt durch das Spiel nichts mehr.

Wichtig ist die Grenze des Themas: Das Spiel unterrichtet Chemie, nicht Medizin. Es sagt nicht, dass diese Pflanzen Krankheiten heilen.

Weitersagen WhatsApp