Kolumbien vergibt in 42 Prozent seines Landes keine neuen Rechte mehr für Bergbau und Ölförderung
Natur und Umwelt ·
Drei Tage vor dem Ende der Amtszeit von Präsident Gustavo Petro hat Kolumbien sein Amazonasgebiet zur Reserve erklärt. Auf rund 483 000 Quadratkilometern werden keine neuen Konzessionen für Bergbau, Öl und Gas mehr vergeben.
Am 4. August 2026 hat das kolumbianische Umweltministerium die Resolution 0961 erlassen. Sie erklärt das Amazonasgebiet des Landes zu einer Reserve für erneuerbare natürliche Ressourcen, laut ihrem Titel mit endgültigem Charakter. Drei Tage später endete die Amtszeit von Präsident Gustavo Petro.
Die Reserve umfasst 483 283 Quadratkilometer. Das sind rund 42 Prozent des Staatsgebiets, verteilt auf 61 Gemeinden in zehn Departamentos. Die Fläche ist größer als Deutschland und Österreich zusammen.
Innerhalb dieser Grenzen werden keine neuen Konzessionen für den Bergbau mehr erteilt und keine neuen Verträge zur Erkundung oder Förderung von Öl und Gas geschlossen. Bestehende Rechte bleiben unberührt und laufen bis zu ihrem vertraglichen Ende, verlängert werden sie nicht. Die Anerkennung von Landbesitz schränkt die Resolution ausdrücklich nicht ein.
Nach Angaben des Ministeriums lebt in der Region etwa ein Zehntel aller bekannten Tier- und Pflanzenarten der Erde.
Bemerkenswert ist das Werkzeug. Die Regierung hat kein neues Gesetz durch das Parlament gebracht, sondern sich auf einen Artikel eines über fünfzig Jahre alten Gesetzbuchs über natürliche Ressourcen gestützt. Er erlaubt dem Staat, ganze Regionen von privaten Abbaurechten auszunehmen. So ließ sich die Reserve in kurzer Zeit und ohne Abstimmung im Parlament erlassen.
Das ist zugleich die offene Frage. Was ein Ministerium per Resolution beschließt, kann eine spätere Regierung anfechten oder aufheben. Ob die Reserve auf Dauer Bestand hat, ist damit noch nicht entschieden.
Sicher ist, was sie ab sofort bewirkt: Für neue Minen und Bohrfelder im kolumbianischen Amazonasgebiet gibt es keine Genehmigung mehr. Was schon läuft, läuft weiter, aber es endet mit seinem Vertrag.