Die Koranhandschriften aus Sanaa sollen erstmals als ganze Sammlung erforscht werden
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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert ein auf zwölf Jahre angelegtes Projekt, das die 929 Koranhandschriften aus Sanaa im Jemen erstmals als ganze Sammlung untersuchen soll. Weil die Originale nicht zugänglich sind, arbeitet das Team aus Hamburg und Berlin mit rund 24.000 Mikrofilmaufnahmen und 5.000 Dias und Fotos.
Die 929 Koranhandschriften, die 1973 in der Großen Moschee von Sanaa im Jemen gefunden wurden, sollen erstmals als ganze Sammlung erforscht werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert dafür das Projekt BiSaME der Universität Hamburg und der Staatsbibliothek zu Berlin. Das Projekt ist auf zwölf Jahre angelegt. Die erste Phase läuft von 2026 bis 2029 und wird mit 934.301 Euro gefördert.
Die Handschriften stammen aus dem 7. bis 11. Jahrhundert. Die Originale sind wegen der Lage im Jemen nicht zugänglich. Das Team arbeitet deshalb mit rund 24.000 Mikrofilmaufnahmen sowie 5.000 Farbdias und Schwarz-Weiß-Fotos aus den 1990er-Jahren. Die Staatsbibliothek zu Berlin hat diese Aufnahmen 2019 erworben und digitalisiert.
Geleitet wird das Projekt von Dr. Alba Fedeli von der Staatsbibliothek zu Berlin und Prof. Dr. Thomas Eich von der Universität Hamburg. In Hamburg ist die Islamwissenschaft am Asien-Afrika-Institut beteiligt.
Das Projekt verbindet Paläografie, die Lehre von alten Handschriften, und Koranforschung mit Bildanalyse, Computer Vision und künstlicher Intelligenz. Computer Vision bedeutet, dass Computer Bilder auswerten. Ziel ist, die Sammlung in ihrer Gesamtheit zu untersuchen.
Das Projekt ist bewilligt, Ergebnisse gibt es noch nicht. „Erstmals“ bezieht sich darauf, die Sammlung als Ganzes zu untersuchen. Einzelne Handschriften aus Sanaa, etwa das berühmte Palimpsest, werden seit Jahrzehnten erforscht.
Die Sammlung gehört zu den ältesten bekannten Koranhandschriften, aber nicht jedes Stück ist so alt, sie reicht bis ins 11. Jahrhundert. Gearbeitet wird mit Fotos und Mikrofilmen, nicht mit den Originalen.