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Medizin-Nobelpreis für Nervenzellen, die sich mit Licht steuern lassen, ein Teil der Arbeit entstand in Frankfurt

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Illustration aus der Folge, mit KI erzeugt

Georg Nagel, Peter Hegemann und Karl Deisseroth erhalten den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2026 für die Optogenetik, mit der sich Nervenzellen per Licht an- und ausschalten lassen. Den Grundstein legte Nagel 2002/2003 am Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt am Main.

Am 5. Oktober 2026 wurde der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin an Georg Nagel von der Universität Würzburg, Peter Hegemann von der Humboldt-Universität zu Berlin und Karl Deisseroth von der Stanford University vergeben. Ausgezeichnet werden sie „für Entdeckungen auf dem Gebiet lichtgesteuerter Ionenkanäle und der Optogenetik“.

Nagel und Hegemann fanden 2002/2003 in einer einzelligen Grünalge das lichtempfindliche Eiweiß Kanalrhodopsin. Fällt blaues Licht darauf, öffnet sich ein Kanal, geladene Teilchen strömen in die Zelle und erzeugen einen elektrischen Impuls. Nagel arbeitete damals am Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt am Main, wo er von 1992 bis 2004 eine Forschungsgruppe leitete. Hegemann wird für seine Arbeit am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried geehrt.

Deisseroth brachte das Gen für Kanalrhodopsin in Nervenzellen ein und löste damit per Licht Nervensignale aus. Er veröffentlichte das 2005, im lebenden Mäusegehirn gelang es 2007. Daraus entstand die Optogenetik: Einzelne Nervenzellen im lebenden Gehirn lassen sich gezielt mit Licht an- und ausschalten. Vor allem ist sie ein Forschungswerkzeug, mit dem sich untersuchen lässt, wie Gedächtnis, Gefühle und Verhalten entstehen.

Nagel ist 73 Jahre alt. Er promovierte 1988 an der Goethe-Universität Frankfurt, war von 2004 bis 2021 Professor in Würzburg und danach bis Ende Juni 2026 Seniorprofessor. Er ist der 15. Nobelpreisträger der Universität Würzburg. Das Preisgeld von rund einer Million Euro wird zu gleichen Teilen geteilt, die Verleihung ist am 10. Dezember in Stockholm.

Einordnung

Licht wirkt nur auf Zellen, die vorher gentechnisch mit Kanalrhodopsin ausgestattet wurden. Die Optogenetik ist vor allem ein Werkzeug der Grundlagenforschung. Zur Wiederherstellung des Sehens laufen laut Deutschem Ärzteblatt sechs klinische Programme mit ersten günstigen Daten zur Sicherheit; einzelnen Erblindeten wurde ein Teil des Sehens zurückgegeben. Eine zugelassene Behandlung ist das noch nicht, ebenso wenig bei Parkinson, Epilepsie oder Depression, wo es sich um Forschungsfelder handelt.

Der Bezug zu Frankfurt gilt nur für Nagels Arbeit; Hegemann forschte in Martinsried, Deisseroth in Stanford, und Nagel selbst ist seit 2004 in Würzburg.

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