Mehr als 52 000 Menschen verwandeln ihren Rasen in Lebensraum, verstreut über ganz Amerika
Natur und Umwelt ·
Der Insektenkundler Doug Tallamy will aus Privatgärten einen Nationalpark machen, der sich über die ganzen Vereinigten Staaten verteilt. Mehr als 52 000 Menschen machen mit. Zusammen haben sie rund 75 000 Hektar angemeldet.
Doug Tallamy ist Insektenkundler. Auf seinem vier Hektar großen Grundstück im ländlichen Pennsylvania hat er dort, wo früher Heu gemacht wurde, heimische Pflanzen wachsen lassen. Heute brüten dort wieder Walddrosseln, und Luna-Nachtfalter, große smaragdgrüne Falter, fliegen über das Gelände.
Aus dieser Erfahrung ist eine Bewegung geworden. Tallamy hat die gemeinnützige Organisation Homegrown National Park gegründet. Sie ruft dazu auf, Rasenflächen durch heimische Pflanzen zu ersetzen. Wer mitmacht, trägt seine Fläche auf einer landesweiten Karte ein. So soll aus vielen einzelnen Gärten ein Lebensraum entstehen, der über das ganze Land verteilt ist.
Stand 2026 haben sich mehr als 52 000 Teilnehmer angemeldet. Zusammen melden sie über 187 000 Acres, das sind rund 75 000 Hektar. Das Ziel sind 20 Millionen Acres, etwa acht Millionen Hektar.
Die Idee dreht eine Gewohnheit um. Naturschutz findet üblicherweise in abgegrenzten Schutzgebieten statt. Tallamy setzt dort an, wo die meisten Menschen tatsächlich Fläche haben: vor dem eigenen Haus. Als Insektenkundler denkt er dabei von unten nach oben. Heimische Pflanzen ernähren heimische Insekten, und von denen leben viele Vögel.
Die Zahlen sind mit Vorsicht zu lesen. Die Teilnehmer tragen ihre Flächen selbst ein, geprüft wird das nicht. »Angemeldet« heißt also nicht »umgewandelt«.
Und der Name ist ein Bild. Homegrown National Park ist kein Nationalpark und keine staatliche Einrichtung, sondern eine private Initiative.