Ein Mini-Laser aus Jena soll mit der japanischen Sonde MMX zum Marsmond Phobos fliegen
Universum und Raumfahrt ·
Ein Ersatzlaser aus dem gestoppten Marsprogramm ExoMars soll doch noch ins All kommen, mit der japanischen Sonde MMX zum Marsmond Phobos. Der Start ist für den 20. Oktober 2026 geplant, gefertigt wurde der Laser unter Beteiligung des Fraunhofer-Instituts IOF in Jena.
Lasertechnik aus Jena soll mit der japanischen Raumsonde MMX zum Marsmond Phobos fliegen. Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) in Jena hat nach eigenen Angaben einen etwa 50 Gramm leichten Laser für ein Raman-Spektrometer gebaut, ein Messgerät, das mit Laserlicht die Zusammensetzung von Gestein bestimmt. Das Spektrometer soll den Boden von Phobos untersuchen.
Das Instrument heißt RAX, wiegt insgesamt rund 1,5 Kilogramm und sitzt auf dem deutsch-französischen Rover Idefix. Geleitet wird es vom DLR-Institut für Weltraumforschung in Berlin. Der Laser sendet grünes Licht mit 532 Nanometern Wellenlänge und soll bei Temperaturen von −130 bis +24 °C arbeiten. Seine optischen Bauteile sind nicht geklebt, sondern mit einem laserbasierten Lötverfahren befestigt. So gast im Vakuum nichts aus, und die Justage, also die genaue Ausrichtung der Bauteile, hält über Jahre.
Ursprünglich war der Laser für eine andere Mission gedacht. Laut DLR ist das Lasermodul ein Flugersatzteil des Lasers, der für das Raman-Spektrometer RLS der Mission ExoMars gebaut wurde. Diesen Laser hat die Firma Monocrom entworfen und gemeinsam mit dem Fraunhofer IOF gefertigt; das Modul stellen laut DLR das spanische INTA und die Universität Valladolid. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine setzte die ESA 2022 die Zusammenarbeit mit Roskosmos aus, der Start von ExoMars fiel aus.
MMX ist eine Mission der japanischen Raumfahrtagentur JAXA mit NASA, ESA, CNES und DLR. Der Start ist für den 20. Oktober 2026 um 4:41 Uhr japanischer Zeit geplant, nach Weltzeit noch der 19. Oktober, mit einer H3-Rakete von Tanegashima. Etwa ein Jahr nach dem Start soll die Sonde am Mars ankommen, mindestens 10 Gramm Material von Phobos einsammeln und die Probe 2031 in Australien abwerfen.
MMX ist noch nicht gestartet, der Termin ist geplant, und Verschiebungen sind möglich. Auf Phobos landen soll der Rover Idefix laut Fraunhofer erst 2029, Messungen mit dem Laser gibt es also frühestens dann. Die Rückkehr der Probe 2031 ist ein Ziel der Mission, noch kein Ergebnis.
Der Laser ist kein reines Jenaer Werk und nicht eigens für MMX gebaut: Entworfen hat ihn Monocrom, gefertigt wurde er mit dem Fraunhofer IOF, das Modul stellen INTA und die Universität Valladolid. Das Gewicht von 50 Gramm nennt nur das Fraunhofer-Institut.