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Neue poröse Diamantform erstmals hergestellt – vorhergesagt vor 35 Jahren

Wissenschaft ·

Chemiker aus Schweden haben erstmals Diamondiyne hergestellt, eine Form von reinem Kohlenstoff, die 1991 theoretisch beschrieben und seitdem nie gebaut wurde. Das Material ist ein poröses Gerüst mit diamantähnlichen Bausteinen und entstand als dünner Film, mit einfacher Laborausrüstung und ohne hohen Druck.

Forschende der Universität Göteborg, der Chalmers-Universität und der Universität Stockholm haben erstmals Diamondiyne hergestellt. Das ist eine neue Form von reinem Kohlenstoff, in der Fachsprache ein Allotrop, also eine andere Anordnung derselben Atome. Theoretisch beschrieben wurde die Struktur schon 1991, vor 35 Jahren, hergestellt hatte sie bis jetzt niemand. Veröffentlicht ist die Arbeit der Gruppe um Karl Börjesson in der Fachzeitschrift Angewandte Chemie.

Diamondiyne hat ein dreidimensionales, poröses Gerüst. Es besteht aus Kohlenstoff-Tetraedern, also pyramidenförmigen Bausteinen wie im Diamant. Zwischen diese Bausteine sind Ketten aus Dreifachbindungen eingeschoben. So entsteht ein Gerüst mit Poren.

Hergestellt hat das Team das Material als dünnen Film an der Grenzfläche zweier Flüssigkeiten. Dafür reichte einfache, günstige Laborausrüstung, hoher Druck war nicht nötig. Die ersten zwei Jahre brachten viele Fehlversuche, das Hauptproblem war, ein kristallines Produkt zu bekommen, also eines mit regelmäßig angeordneten Atomen. Geordnete, sich wiederholende Muster wiesen die Forschenden schließlich in Bereichen von etwa 10 Nanometern Kantenlänge nach. Die Kristallstruktur bestätigte die Elektronenmikroskopie in Stockholm.

Als Nächstes will das Team die Eigenschaften des Materials untersuchen. Prüfen will es auch, ob sich Diamondiyne für die Elektronik eignet und ob Teilchen durch die Poren transportiert werden können.

Einordnung

Diamondiyne ist kein härterer oder neuer echter Diamant, sondern ein poröses Kohlenstoffgerüst, das dem Diamant ähnelt. Geordnet ist das Material bisher nur stellenweise, in Feldern von rund 10 Nanometern; der Film besteht aus vielen kleinen Kristallbereichen. Welche Eigenschaften es hat und wofür es sich eignet, ist noch völlig offen.

Die Hochschulen haben die Ergebnisse am 17. September 2026 mitgeteilt, ein Vorabdruck der Arbeit ist seit März 2025 öffentlich. Mit dem hexagonalen Diamanten aus China, über den im März 2026 berichtet wurde, hat diese Arbeit nichts zu tun.

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