Oregon schützt Biber per Gesetz, weil ihre Dämme gegen Dürre und Waldbrand helfen
Natur und Umwelt ·
Biber halten Wasser in der Landschaft, und wo sie Dämme bauen, fallen Waldbrände weniger heftig aus. Oregon hat daraus Konsequenzen gezogen: Seit 2024 dürfen Grundbesitzer Biber nicht mehr ohne Weiteres töten. In diesem Herbst suchen Naturschützer Freiwillige, um die Tiere zurückzuholen.
Biber stauen Bäche auf. Hinter ihren Dämmen bleibt das Wasser länger in der Landschaft, Bäche treten wieder in ihre Auen über, und es entstehen Feuchtgebiete.
Das wirkt sich auch auf Waldbrände aus. Forschung zeigt, dass Brände in Gegenden mit Biberdämmen weniger schwer ausfallen. Die nassen Flächen bleiben grün und bieten anderen Tieren eine Zuflucht, während das Feuer vorbeizieht.
Oregon erkennt den Biber in seinen Gesetzen als Schlüsselart an. Seit 2024 gilt dort ein Gesetz, nach dem Grundbesitzer zuerst versuchen müssen, Biber ohne Tötung fernzuhalten. Wer einen Biber töten will, braucht eine Genehmigung.
Wo keine Biber mehr leben, bauen Menschen Dämme nach ihrem Vorbild, um die Tiere zurückzulocken. Anfang 2026 taten das Angehörige der Stämme im Reservat Warm Springs in Zentral-Oregon. Die Naturschutzorganisation Think Wild sucht für September und Oktober Freiwillige, die Bäche nach Biberspuren absuchen, Weiden und Pappeln pflanzen und solche Dämme bauen.
Für viele Grundbesitzer ist der Biber ein Ärgernis. Oregon hat die Rechnung neu aufgemacht: Was einzelne als Schaden erleben, ist für die Landschaft ein Wasserspeicher und bei Bränden ein Schutz.
Das Gesetz verbietet nicht, Biber zu töten. Es verlangt, zuerst andere Wege zu versuchen. Das ist ein Ausgleich zwischen dem Ärger des Einzelnen und dem Nutzen für alle.
Zur Vorsicht gehört: Biberdämme verhindern keine Waldbrände, sie mildern sie dort, wo Wasser steht. Und die Waldbrände dieses Sommers haben in Oregon auch Biberprojekte gestört, weshalb die Arbeit im Herbst nun nachgeholt wird.