Osaka hebt sich wieder: Jahrzehnte nach strengen Regeln fürs Grundwasser
Natur und Umwelt ·
Der Boden unter Osaka hebt sich heute im Mittel um etwa 4 Millimeter pro Jahr, nachdem er zwischen den 1920er- und den 1960er-Jahren vielerorts um mehr als 2 Meter abgesackt war. Die Forschenden einer neuen Studie führen die Hebung auf strenge Regeln für die Grundwasserentnahme seit Anfang der 1960er-Jahre zurück.
Zwischen den 1920er- und den 1960er-Jahren wurde unter der japanischen Stadt Osaka so viel Grundwasser abgepumpt, dass der Grundwasserspiegel um bis zu 30 Meter fiel. Der Boden sackte vielerorts um mehr als 2 Meter ab. Anfang der 1960er-Jahre kamen strenge Regeln für die Grundwasserentnahme. Danach erholte sich das Grundwasser, und bis Mitte der 1970er-Jahre kam die Absenkung weitgehend zum Stillstand.
Eine neue Studie zeigt, dass sich der Boden inzwischen wieder hebt: im Mittel um etwa 4 Millimeter pro Jahr, an einzelnen Stellen um bis zu 12 Millimeter. Geleitet hat die Studie Jesse Kearse von der Victoria University of Wellington in Neuseeland, beteiligt waren die Universität Kyoto und die University of Southern California. Die Arbeit ist in der Fachzeitschrift Communications Earth & Environment erschienen, die Universität hat sie am 1. Oktober 2026 vorgestellt.
Das Team wertete 293 Radarbilder von Satelliten aus den Jahren 2016 bis 2021 aus, mit denen sich Höhenänderungen des Bodens messen lassen. Dazu kamen Messungen aus 44 Grundwasserbrunnen mit Aufzeichnungen ab 1985.
Dabei zeigte sich, dass Erdbebenverwerfungen, also Bruchzonen im Untergrund, wie unterirdische Dämme wirken. Auf einer Seite der Uemachi-Verwerfung steigt das Grundwasser dreimal so schnell wie auf der anderen. Benachbarte Bodenblöcke können sich deshalb unterschiedlich schnell heben. Die Studie zeigt damit, dass sich das Absinken durch Grundwasserentnahme zum Teil umkehren lässt.
Osaka holt die verlorenen 2 Meter nicht zurück. Ein Teil der Bodenverdichtung bleibt dauerhaft, die Hebung beträgt nur Millimeter pro Jahr, und die 12 Millimeter sind der Höchstwert an einzelnen Stellen. Die Satellitendaten reichen nur bis 2021.
Dass sich der Boden ungleichmäßig hebt, ist nicht nur gut: Wenn sich benachbarte Bodenblöcke verschieden schnell bewegen, kann das Gebäuden und Leitungen Probleme machen.