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Ein portugiesisches Familienunternehmen macht aus Korkrinde Hitzeschutz für Raumfahrzeuge

Technik und Energie ·

Illustration zur Meldung: Ein portugiesisches Familienunternehmen macht aus Korkrinde Hitzeschutz für Raumfahrzeuge
Illustration aus der Folge, mit KI erzeugt

Seit rund 150 Jahren verarbeitet dieselbe Familie Korkrinde. Heute sitzt der Rohstoff auch am Hitzeschild eines Raumfahrzeugs.

Corticeira Amorim aus Portugal ist ein rund 150 Jahre altes Familienunternehmen. Aus Kork entstehen dort etwa dreißig verschiedene Produkte, von Schiffsdecks für Flusskreuzfahrer bis zu Bauteilen für die Raumfahrt.

Für das Experimentalfahrzeug IXV der ESA lieferte die Firma einen Korkverbundstoff, der beim Wiedereintritt in die Atmosphäre die Struktur vor der Hitze schützt. Das Material heißt P50 und verbrennt dabei kontrolliert an der Oberfläche. Danach kamen Anwendungen für die NASA, Boeing und SpaceX dazu.

Der Rohstoff wächst nach. Eine Korkeiche ist mit etwa 25 Jahren erntereif und kann danach neunmal geschält werden; Rinde liefert sie bis zu 200 Jahre lang, also rund alle neun bis zwölf Jahre einmal. Die Rinde wird abgeschält, der Baum bleibt stehen und bildet sie neu. Das Unternehmen bewirtschaftet eine der größten Korkeichenpflanzungen der Region Rio Frio südlich von Lissabon.

Einordnung

Kork ersetzt nicht den ganzen Hitzeschild. Er ist ein Bestandteil eines abtragenden Schutzsystems, das sich im Flug kontrolliert verzehrt. Von einem Raumschiff aus Kork zu sprechen, wäre falsch.

Neu ist außerdem nicht die Technik, sondern die Berichterstattung darüber: Die IXV-Mission flog 2015. Die Angaben zur Mission sind durch die Zusammenarbeit mit der ESA gedeckt, die Angaben des Unternehmens zu sich selbst sind nicht unabhängig geprüft.

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