Und nächste Woche

Ein Radioteleskop in Südafrika misst ohne Hilfe anderer Teleskope das schwache Leuchten von fernem Wasserstoff

Universum und Raumfahrt ·

Mit dem Radioteleskop MeerKAT haben Astronomen ein extrem schwaches Signal von Wasserstoffgas gemessen. Das Licht war vier bis fünf Milliarden Jahre zu uns unterwegs. Neu daran: Bisher brauchte man für solche Messungen zusätzlich Aufnahmen gewöhnlicher Teleskope, hier genügte das Radioteleskop. Das Team hatte das Ergebnis schon 2023 vorgestellt, jetzt ist es in einer Fachzeitschrift erschienen.

Wasserstoff ist das häufigste Element im Universum. Wo er als neutrales Gas vorkommt, sendet er von Natur aus ein sehr schwaches Radiosignal aus, mit einer Wellenlänge von 21 Zentimetern.

Weil sich das Universum ausdehnt, wird dieses Signal auf seinem Weg zu uns gestreckt, und zwar umso stärker, je länger es unterwegs war. Aus dieser Streckung lässt sich ablesen, aus welcher Zeit das Signal stammt.

Ein Team um Sourabh Paul von den Universitäten in Manchester und im südafrikanischen Western Cape hat dieses Signal mit dem Radioteleskop MeerKAT gemessen. Das Licht war etwa vier bis fünf Milliarden Jahre unterwegs.

Die Methode heißt Intensitätskartierung. Statt Galaxie für Galaxie einzeln zu vermessen, erfasst man das gemeinsame Leuchten sehr vieler Galaxien, die einzeln viel zu schwach wären. So lassen sich riesige Bereiche des Himmels auf einmal untersuchen.

Die Arbeit ist in The Astrophysical Journal Letters erschienen. Die Universität Manchester hat sie am 1. September 2026 vorgestellt.

Einordnung

Neu ist nicht, dass sich dieser Wasserstoff messen lässt, sondern womit. Bisher brauchten Astronomen für solche Messungen zusätzlich die Daten großer optischer Himmelsdurchmusterungen, also Aufnahmen mit gewöhnlichen Teleskopen. Hier reichten die Radiodaten allein. Das macht die Methode unabhängiger. Auf lange Sicht soll sie helfen, eine dreidimensionale Karte davon zu erstellen, wie die Materie im Universum verteilt ist.

Zur Einordnung gehört eine Einschränkung beim Zeitpunkt. Die Universität stellt das Ergebnis als neu vor. Tatsächlich hat dasselbe Team es bereits im Januar 2023 als Vorabdruck veröffentlicht. Neu ist, dass es jetzt nach Prüfung durch Fachleute in einer Fachzeitschrift erschienen ist. Das macht es verlässlicher, aber nicht jünger.

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