Rund 1.000 Freiwillige vergruben in der Schweiz mehr als 2.000 Unterhosen – jetzt liegt das Ergebnis vor
Kurioses ·
In Schweizer Privatgärten zersetzten sich vergrabene Baumwollunterhosen am schnellsten, auf Rasenflächen am langsamsten. Das zeigt die Auswertung eines Bürgerforschungsprojekts, für das rund 1.000 Freiwillige im Jahr 2021 mehr als 2.000 Unterhosen in die Erde gebracht hatten.
Rund 1.000 Freiwillige haben 2021 an etwa 1.000 Orten in der ganzen Schweiz mehr als 2.000 Baumwollunterhosen und 12.000 Teebeutel vergraben und nach rund zwei Monaten wieder ausgegraben. Das Bürgerforschungsprojekt hieß „Beweisstück Unterhose“ und kam von der Forschungsanstalt Agroscope und der Universität Zürich. Die Ergebnisse sind 2026 in der Fachzeitschrift Plants, People, Planet erschienen.
Das Prinzip ist einfach: Die Lebewesen im Boden zersetzen Baumwolle. Je stärker der Stoff zersetzt ist, desto aktiver ist das Bodenleben. Der Gummibund bleibt übrig, und an ihm lassen sich die Reste im Boden wiederfinden.
Am schnellsten zersetzten sich die Unterhosen in Privatgärten, am langsamsten auf Rasenflächen. Äcker und Wiesen lagen dazwischen. Die Art, wie eine Fläche genutzt wird, wirkte stärker als die meisten gemessenen Bodeneigenschaften; auch der Nährstoffgehalt spielte eine Rolle. Laut dem Schweizer Radio und Fernsehen SRF waren biologisch bewirtschaftete Äcker aktiver als konventionelle. Auch Direktsaat, also Säen ohne vorheriges Pflügen, wirkte sich positiv aus.
Etwa 240 der Bürgerforschenden stehen als Mitautoren auf der Studie. Projektleiter ist Marcel van der Heijden von der Universität Zürich, Erstautor ist Franz Bender von Agroscope. Die Daten sollen in eine Schweizer Bodenkarte einfließen, den „Unterhosenindex“. Im September 2026 erhielten Bender, van der Heijden, Atlant Bieri und Pia Viviani für das Projekt in Zürich den Ig-Nobelpreis für Bodenkunde.
Schnelle Zersetzung bedeutet nicht automatisch gesunden Boden: Sehr hohe Werte können laut Studie auch zeigen, dass ein Garten überdüngt ist. Vergraben wurden außerdem keine eigenen Wäschestücke, sondern gleiche, vom Projekt gestellte Baumwollunterhosen, weil sich unterschiedliche Stoffe nicht vergleichen lassen.
Der Ig-Nobelpreis ist kein Nobelpreis. Er ist ein Satirepreis für Forschung, die erst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringt.