Rund 180.000 Riesenschildkröten: höchste je ermittelte Zahl auf dem Aldabra-Atoll
Natur und Umwelt ·
Auf dem Aldabra-Atoll der Seychellen leben nach einer neuen Schätzung knapp 183.000 Aldabra-Riesenschildkröten, die höchste je ermittelte Zahl für die Art. Damit gibt es auf dem Atoll mehr Riesenschildkröten, als die Seychellen Einwohner haben.
Die Seychelles Islands Foundation (SIF) und die University of Exeter haben die Zahl der Aldabra-Riesenschildkröten auf dem Aldabra-Atoll neu ermittelt. Sie kommen auf knapp 183.000 erwachsene und halbwüchsige Tiere, also rund 180.000. Die University of Exeter hat das Ergebnis am 7. Oktober 2026 veröffentlicht. Es ist die höchste Zahl, die je für die Art ermittelt wurde. Zum Vergleich: Auf den Seychellen leben rund 122.000 bis 123.000 Menschen.
Grundlage sind Zählungen der SIF-Mitarbeitenden aus fünf Jahren, von 2018 bis 2022. Ein statistisches Verfahren, das bayesianische Distance Sampling, rechnet die Tiere ein, die bei den Zählungen übersehen wurden. Im Untersuchungszeitraum von 2018 bis 2022 war die Population weitgehend stabil.
Die letzte Schätzung für das ganze Atoll stammt aus den späten 1990er-Jahren und lag bei etwa 100.000 Tieren. Im 19. Jahrhundert waren durch die Jagd weniger als 1.000 Riesenschildkröten übrig.
Aldabra wurde 1981 strenges Naturschutzgebiet und 1982 UNESCO-Welterbe. Verwilderte Ziegen wurden 2012 auf dem Atoll ausgerottet.
Die Zahl hat sich seit den 1990er-Jahren nicht verdoppelt. Die älteren Zählungen übersahen Tiere im Gebüsch, die neue Zahl ist vor allem genauer. Es ist eine Schätzung mit einem statistischen Modell, keine Zählung jedes einzelnen Tiers, und die Daten stammen aus den Jahren 2018 bis 2022.
Die Riesenschildkröten bleiben bedroht: durch Dürren, den steigenden Meeresspiegel sowie Katzen und Ratten, die Eier und Jungtiere fressen.