Südkorea verwertet 97 Prozent seiner Lebensmittelabfälle
Natur und Umwelt ·
Vor dreißig Jahren waren es wenige Prozent. Heute wirft man Essensreste in Tonnen, die das Gewicht wiegen und monatlich abrechnen.
Südkorea verwertet heute rund 97 Prozent seiner Lebensmittelabfälle. Vor rund dreißig Jahren waren es wenige Prozent.
Das Land war eines der ersten, das landesweit nach Menge abrechnete. Für fünf Abfallarten gibt es eigene Beutel, und jeder kostet unterschiedlich viel. Seit 2005 dürfen Lebensmittelabfälle nicht mehr auf Deponien. 2014 kam die Abrechnung nach Gewicht dazu: In Wohnanlagen stehen Tonnen mit Kartenleser. Man hält die Karte daran, der Deckel öffnet sich, das Gewicht wird erfasst, am Monatsende kommt die Rechnung.
Zum Vergleich New York. Dort ist die Biotonne seit Oktober 2024 Pflicht, vollstreckt wird seit April 2025. Organische Abfälle machen rund 36 Prozent des Hausmülls aus, gesammelt wurden 2025 aber nur 2,4 Prozent. Seit Beginn der Vollstreckung kommen im Schnitt rund fünf Millionen Pfund kompostierbares Material je Woche zusammen.
Verwertet heißt nicht vermieden. Die Abfälle entstehen weiter und werden zu Futter, Kompost oder Biogas. Wer sagt, Südkorea habe den Lebensmittelabfall abgeschafft, übertreibt.
Das ist auch keine neue Entwicklung. Südkorea baut dieses System seit den neunziger Jahren auf, die 97 Prozent stehen seit Jahren. Der Ausgangswert schwankt je nach Quelle zwischen zwei und drei Prozent; eine Kommastelle, die nicht belegt ist, steht hier deshalb nicht.
Am System gibt es Kritik, etwa dass die Gebühren ärmere Haushalte stärker treffen als wohlhabende.