Trennen statt kochen: ein Membranverfahren spart im Labor 91 Prozent Energie
Technik und Energie ·
Zwei hintereinandergeschaltete Membranen sortieren Kohlenwasserstoffe, eine nach Molekülgröße, eine nach chemischer Affinität. Im Versuch kamen 85 bis 90 Prozent des Gewünschten heraus, ohne Verdampfen und Kondensieren.
Beteiligt sind das Dalian Institute of Chemical Physics der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und die Sun-Yat-sen-Universität.
Der übliche Weg, Kohlenwasserstoffe zu trennen, ist die Destillation: verdampfen, kondensieren, und das viele Male hintereinander. Das ist der energiehungrigste Einzelschritt der chemischen Industrie.
Das neue Verfahren schaltet stattdessen zwei Membranen hintereinander. Die erste sortiert die Moleküle nach ihrer Größe, die zweite danach, woran sie sich chemisch gern anlagern.
Getrennt wurde kein Rohöl, sondern ein nachgebautes Gemisch aus 15 Kohlenwasserstoffen, ein sogenanntes leichtes Naphtha.
Die Rückgewinnungsrate lag bei 85 bis 90 Prozent. Verdampft und kondensiert wurde dabei nichts.
Die Mitteilung stammt vom 27. August 2026.
Wenn ein Verfahren, das in jeder Raffinerie läuft, ohne Hitze auskäme, wäre das eine große Sache. Genau deshalb lohnt es sich, hier genau hinzusehen.
Die 91 Prozent Energieersparnis stammen aus einer Prozesssimulation, nicht aus einer laufenden Anlage. Getrennt wurde leichtes Naphtha im Labormaßstab, kein Rohöl.
Was bleibt, ist ein funktionierender Labornachweis mit einer plausiblen Rechnung dahinter. Der Weg von dort in eine Raffinerie ist lang, und Membranen altern.
Am Rande: In der Überschrift der Mitteilung standen 90 Prozent, in der Arbeit selbst 91.