Zwei Achtklässler messen, wie knapp Autos sie überholen, und bekommen einen Radweg
Gesellschaft ·
Zwei Freunde aus Spaichingen wurden auf dem Schulweg immer wieder zu eng überholt. Sie bauten einen Ultraschallmesser für den Gepäckträger und fuhren damit ihre eigene Strecke ab. 57 Prozent der Autos hielten den Mindestabstand nicht ein. Der neue Kreisverkehr bekommt jetzt einen Radweg.
Zwei Schüler eines Gymnasiums in Spaichingen in Baden-Württemberg, inzwischen in der achten Klasse, hatten ein alltägliches Problem: Auf dem Weg zur Schule wurden sie mit dem Rad immer wieder sehr eng überholt.
In der Arbeitsgemeinschaft Forschen und Erfinden ihrer Schule bauten sie daraufhin ein Gerät, das sich an den Gepäckträger schrauben lässt. Es misst per Ultraschall, wie viel Platz ein überholendes Auto lässt.
Dann fuhren sie damit ihre eigene Strecke ab und sammelten Daten. Ihr Ergebnis: 57 Prozent der Autos hielten den innerorts vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern nicht ein.
Mit diesen Zahlen gingen sie zur Stadt Spaichingen. Nach Angaben des SWR bekommt der neu geplante Kreisverkehr dadurch einen Radweg.
Für ihre Arbeit hatten die beiden bereits 2025 einen Erfolg bei Jugend forscht und den Verkehrssicherheitspreis Baden-Württemberg erhalten, überreicht vom Innenminister des Landes.
Der Unterschied zu vielen Schülerprojekten liegt darin, dass es nicht beim Gerät geblieben ist. Gebaut, gemessen, zur Behörde gegangen, Ergebnis: eine Planänderung. Das ist der ganze Weg.
Die 57 Prozent sind die eigene Messung der beiden auf ihrer eigenen Strecke, keine amtliche Statistik und kein Bundesdurchschnitt. Als Beleg für die Situation an genau dieser Stelle reicht das offenbar aus, denn genau dort wird jetzt gebaut.
Auszeichnung und Radwegentscheidung sind zwei verschiedene Dinge: Der Preis stammt aus dem Jahr 2025, die Entscheidung über den Kreisverkehr ist neu.
Die beiden sind minderjährig. Deshalb stehen hier weder ihre Namen noch Angaben zu ihrem Schulweg.