Raumsonde Hera bremst für ihr Ziel, den Doppelasteroiden Didymos
Universum und Raumfahrt ·
Die ESA-Raumsonde Hera soll am 15. Oktober 2026 drei Triebwerke 93 Minuten am Stück zünden, um für ihr Ziel abzubremsen, den Asteroiden Didymos mit seinem Mond Dimorphos. Die ESA nennt dieses dauerhafte Bremsen die schwierigste Aufgabe seit dem Start.
Die Raumsonde Hera der europäischen Raumfahrtagentur ESA soll am Donnerstag, dem 15. Oktober 2026, früh morgens ihr erstes großes Bremsmanöver fliegen, genannt BRM-1. Drei Hydrazin-Triebwerke sollen 93 Minuten am Stück brennen und die Geschwindigkeit der Sonde relativ zu den Asteroiden um einige hundert Meter pro Sekunde senken. Einen kurzen Testlauf der Triebwerke gab es am 2. Oktober 2026. Am 22. Oktober folgt das zweite Manöver BRM-2 mit etwa 31 Minuten, Ende Oktober kommen drei kleinere Manöver dazu. Danach soll Hera relativ zu den Asteroiden nahezu stillstehen.
Das Ziel ist ein Doppelsystem: Der Asteroid Didymos misst laut ESA etwa 780 Meter, sein Mond Dimorphos etwa 150 Meter. Auf Dimorphos schlug am 27. September 2022 gezielt die NASA-Sonde DART ein und veränderte seine Umlaufbahn. Hera soll vor allem Dimorphos untersuchen. Die erste Vermessung soll im November beginnen, die genauere im Dezember, Anfang 2027 sollen zwei Kleinsatelliten ausgesetzt werden.
Gestartet ist Hera, etwa so groß wie ein Kleinwagen, am 7. Oktober 2024 in Cape Canaveral, im März 2025 flog die Sonde am Mars vorbei. Am zweiten Jahrestag des Starts fotografierte sie ihr Ziel zum ersten Mal: Aus rund 236.500 Kilometern Entfernung erscheinen Didymos und Dimorphos noch als ein einziger Bildpunkt. Weil die ESA den Bremsplan verschärft hat, die Sonde also später und stärker bremst, kommt Hera etwa einen Monat früher an als ursprünglich für Dezember 2026 geplant.
Gesteuert wird Hera vom ESA-Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt. Die Signale der Sonde empfängt die 35-Meter-Antenne in New Norcia in Australien.
Bei Erscheinen dieses Berichts stehen die Bremsmanöver noch bevor; ob sie gelungen sind, meldet die ESA erst danach. Angekommen ist Hera noch nicht: Die Nahbeobachtung soll im November 2026 beginnen, ein genaues Datum nennt die ESA nicht.
„Einige hundert Meter pro Sekunde“ ist die Angabe der ESA, eine genauere Zahl nennt sie nicht.